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BLINDSIGHT
Produktionsnotizen

1. Teil: Genesis - 2. Teil: Produktion vor Ort - 3. Teil: Kamera und Material -
4. Teil: Drehen in großer Höhenlage - 5. Teil: Hoffnungen der Filmemacher - 6. Teil: Der Titel


1. Teil:
GENESIS

Die Idee zur Expedition entwickelt sich, nachdem Sabriye Tenberken, die Gründerin von "Braille Without
Borders" für Blinde in Lhasa, dem bekannten blinden Bergsteiger Erik Weihenmayer, der 2001 als erster
Blinder den Mount Everest eroberte, einen Brief schrieb, in dem sie die begeisterten Reaktionen der
blinden Schüler ihres Projekts "Braille Without Borders" und deren Situation in Tibet schilderte.

Produzent Steven Haft vermittelte den Kontakt mit Produzentin Sybil Robson-Orr, er konnte sich vorstellen,
dass diese Geschichte ihr gefallen würde, auch aufgrund ihres Interesses an Tibet und Bergsteigen (sie
traf ihren Gatten Matthew beim Bergsteigen am Kilimandscharo, auf dessen Gipfel auch Erik heiratete).
Nach einem ersten Gespräch mit Erik entschied sie sich, den Film zu realisieren. "Erik erzählte mir, wie das
Bergsteigen ihm als blindem Teenager Vertrauen gegeben hatte, und er wollte diese Erfahrung mit den
blinden tibetischen Kindern teilen. Auf seine Frage, ob sechs blinde tibetische Teenager im Himalaja-
Gebirge ein Filmstoff seien, konnte ich nur mit Ja antworten", erinnert sich Robson-Orr. Sie und Steven Haft
liebten Lucy Walkers DEVILS PLAYGROUND, den von der Kritik hochgelobten Dokumentarfilm über Amish-
Teenager. Deshalb fragten sie die Regisseurin, ob sie Lust hätte, bei dem Projekt Regie zu führen. Da Lucy
persönlich durch ihre Sehschwäche eine Affinität zu dem Thema entwickelte, stand eine positive Antwort fest,
und das Filmemacher-Team war komplett.

"Blinden Menschen in Tibet fehlt es an sämtlichen Mitteln, an Unterstützung, Verständnis, medizinischer
Versorgung und Zukunftsaussichten. Sogar an der Blindenschule konnte man kaum glauben, dass Erik so
eine große Herausforderung gemeistert hatte", sagt Lucy Walker. "Sabriye selbst wusste, dass blinde
Menschen alles tun können, wenn sie sich auf ihr Vorhaben konzentrieren. Und mit Erik als bestem Beispiel
konnte sie dieses ihren Schülern bewusst machen - sobald die vom Wirklichkeitsgehalt überzeugt waren.
Die freuten sich riesig, als sie von Eriks Leistung hörten, ihre Emotionen teilte Sabriye in einem Brief Erik
mit. Im Vergleich mit dem, was Sabriye auf die Beine gestellt hatte, habe er sich wie ein Feigling gefühlt,
bekannte er im Nachhinein. So entschloss sich der Extremsportler, die Einladung zu einem Besuch des
Zentrums in Lhasa anzunehmen. Aus diesem Zusammentreffen entwickelte sich die Idee zu diesem
Bergsteiger-Experiment im Film."

Sabriye Tenberken und ihr Partner Paul Kronenberg gingen anfänglich nur widerstrebend auf das
Unterfangen ein, hatten die Kinder, die im Blindenzentrum leben, ihrer Ansicht nach doch schon ihren
eigenen Gipfel bezwungen. Doch dann ließen sie sich überzeugen: Aus dem geplanten Climbing-Workshop
wurde die "Climbing-Blind-Mission" mit sechs blinden Schülern, Sabriye Tenberken, Paul Kronenberg, Erik
Weihenmayer und einigen sehenden Bergsteigerkollegen, drei professionellen Bergführern, einem Arzt
und dem Filmteam.

Anfänglich plagten Lucy Walker Bedenken, nicht das Klischee des Weichzeichnens zu benutzen, um das
Vorstellungsvermögen von Blinden zu "visualisieren", deren Vorstellungskraft eben völlig anders ist. "Es gibt
ganz unterschiedliche Bilddeformationen, mit "tanzenden Augen" oder manche sind fähig, nur das Licht zu
spüren, es ist alles sehr spezifisch. Ich wollte nicht eine ungenaue Darstellung wie Verschwommenheit oder
Unschärfe."

nächster Teil: Produktion vor Ort

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